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Teufel, Hexen, Juden: Der ‚teuflische Gestank‘ als Kennzeichen für Außenseiter über Jahrhunderte

Prof. em. Dr. W. Frey, Frankfurt

16. April 2019


Familienoase Kriftel - 19.30 Uhr
Kapellenstr. 1A, Kriftel


„Teuflischer Gestank“ ist heute eine fast alltägliche Redensart, zum Beispiel (willkürlich aus dem Internet gefischt), wenn eine vernachlässigte Autobatterie üble Gerüche von sich gibt oder ein Müllwagen – oder wenn der deutscher Rapper Ali As in einem Song seinen Hasch-Konsum beschreiben will. Über Jahrhunderte jedoch wurde der teuflische Gestank mit zwei verschiedenen Personengruppen zusammengebracht, mit oft tödlichen Folgen für diese.

Wenn eine moderne Autorin (Ilse Mohr) 2012 ein Märchen in der Nachfolge der Grimm’schen Märchen schreiben will, dann gibt sie ihrem Text den Titel „Gestank im Hexenhaus“, und die Hexe ist eine Menschenfresserin. Wenn der berühmte Franziskaner Berthold von Regensburg im 13. Jahrhundert in seinen Predigten auf ‚die Juden‘ zu sprechen kommt, dann spricht er bevorzugt von den „stinkenden jüden“ und setzt sie mit den Heiden und Ketzern in eins, und man weiß, was mit diesen geschehen soll. Wenn der Benediktiner Caspar Erhard (1685-1729), dessen „Christliches Hausbuch von Christ Leben, Leiden und Glorie“ bis weit in das 19. Jahrhundert wirksam war, von der Hölle spricht, dann in einem eigenen Kapitel auch „Von dem höllischen Gestank“, den alle Verdammten eine Ewigkeit zu ertragen hätten.

Diesen drei Elementen eines Konglomerates von Juden hass, Fremden- und Frauenfeindlichkeit in christlichem Kontext will Herr Prof. Dr. Frey in seinem Vortrag nachgehen und die gefährlichen und gefährdenden Folgen über Jahrhunderte darstellen.