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Ein Leben vor der Shoah: Der Zigarettenfabrikant Jacob Mandelbaum (1859-1918)

Vortrag von Rainer Immensack

08. Oktober 2014


Gmd.haus der ev. Kirche Hofheim-Diedenbergen - 19.30 Uhr
Casteller Strasse 37, Hofheim-Diedenbergen


Jacob Mandelbaum (1859-1918) war ein deutscher Unternehmer jüdischen Glaubens. Er war erfolgreicher Zigarettenfabrikant in Berlin. Vor dem 1. Weltkrieg war er es, der auf den Zigarettenpackungen seiner Fabrik Manoli die Gestaltung der Packungen an Künstler übertrug.

Mandelbaum gilt als der Pionier für das Corporate Design (CI). Die auf Sachlichkeit beruhenden Werbeentwürfe gingen später in den Stil der deutschen Werkstätten (DW) und das Bauhaus Dessau über.

Mandelbaum selbst war glühender Patriot des Deutschen Kaisers. Er benannte eine Zigarette nach ihm und selbst sein Firmenlogo hatte mit Kaiser Wilhelm zu tun. Er unterstütze den 1. Weltkrieg durch den Ankauf von allen 9. Kriegsanleihen in beträchtlichem Umfang. Seine Söhne Siegfried und Ernst kämpften gleich im Herbst 1914 an der Front. Parallel zu diesem Engagement  verkaufte er viele Zigaretten an das Heer und seine Zigaretten waren als Liebesgaben an der Front sehr beliebt. Im Privatbereich engagierte er sich in zahlreichen jüdischen Vereinen, in Wirtschaftsverbänden und er war Honorarkonsul der bulgarischen Regierung in Berlin.

Der Abend will die gesellschaftliche Verbindung der deutschen jüdischen Bevölkerung mit dem Kaiserreich anhand dieser Persönlichkeit aufzeigen. Ein Engagement, das sich für die deutschen Juden nicht auszahlen sollte, als Hitler an die Macht kam. Der Abend informiert über eine bedeutenden Industriepionier, verdeutlicht  die Entwicklung der Verpackungsgestaltung in diesen Tagen auf und zeigt bisher unveröffentlichtes Material aus der Forschungsarbeit von Rainer Immensack. Aus seiner Sammlung wird er etliches Anschauungsmaterial mitbringen.

In Kooperation mit der ev. Kirche