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Albert Richter – von den Nazis ermordet, als er jüdischen Freunden helfen wollte

Vortrag und Diskussion mit Renate Franz, Autorin und Journalistin, Köln

24. Januar 2020


Ev. Limesgemeinde - 19.30 Uhr
Ostring 15, Schwalbach am Taunus


Am 2. Januar diesen Jahres jährte sich der 80. Todestag von Albert Richter.

Albert Richter wurde am 14.10.1912 in Köln-Ehrenfeld geboren und war begeisterter Radsportler. Schon mit 20 Jahren wurde er Amateur-Weltmeister auf der Bahn im Sprint. Ein Jahr später wechselte er ins Profilager. Und zwischen 1933 und 1939 wurde er siebenfacher Deutscher Meister und zweimal Vizeweltmeister und damit ein international erfolgreicher Sportler ganz nach dem Geschmack der Nazis. Doch der junge Mann aus einfachen Verhältnissen ließ sich nicht vor ihren Karren spannen. Er verweigerte den „Deutschen Gruß“ und das Hakenkreuz auf seinen Trikots. Anfangs wurde Richter im Rad-Verband noch hoch gelobt, fiel dann aber mit seinem Mut und seiner Gradlinigkeit bei den Nazis in Ungnade. Er setzte sich für seine jüdischen Freunde ein. Am 31. Dezember 1939 wurde er beim Grenzübertritt in die Schweiz in einem Zug verhaftet und fand dann wenige Tage später, wahrscheinlich am 2. Januar 1940, in Gestapo-Gewahrsam unter mysteriösen Umständen den Tod. Die Nazis versuchten zunächst, die Gewalttat an dem prominenten Gefangenen als Selbstmord hinzustellen.

Die Journalistin Renate Franz will die Erinnerung an Albert Richter erhalten und widmet sich in aufwendigen Recherchen und zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen seinem Leben und seinem Tod. Die Ergebnisse ihrer Nachforschungen hat sie in einem spannendem, lesenswertem Buch zusammengefasst.

Die Journalistin Renate Franz, geb. 1954 in Solingen, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität zu Köln. Seit 1994 ist sie als Autorin tätig. 1998 veröffentlichte die Kölnerin zum ersten Mal das Buch „Der vergessene Weltmeister“ über den Kölner Radweltmeister Albert Richter, der 1940 mutmaßlich von der Gestapo ermordet wurde. Von 1998 bis 2001 organisierte sie auf der Albert-Richter-Radrennbahn in Köln-Müngersdorf, für deren Benennung sie sich zuvor engagiert hatte, die Bahnrad-Veranstaltung „Die Freitag Nacht“ und initiierte den „Albert-Richter-Cup“ des Bundes Deutscher Radfahrer für den Nachwuchs im Bahnsprint. Für ihre Verdienste um den Bahnradsport wurde Renate Franz als erste Deutsche 2003 vom Weltradsportverband als „Volontaire UCI“ ausgezeichnet.

Eintritt frei

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis in Kooperation mit der Stadt Schwalbach

HINWEIS:
Die SPD-Stadtverordnete Claudia Ludwig brachte im Schwalbacher Stadtparlament die Idee ein, eine Straße nach Albert Richter als einem Vorbild für die Jugend zu benennen. Das Stadtparlament beschloss daraufhin, die Straße „Am Sportplatz“ in „Albert-Richter-Weg“ umzuwidmen. Dies erfolgt am

Samstag, 25. Januar 2020, 15.00 Uhr (evtl. weitere Informationen durch die Stadt Schwalbach)
Umbenennung des Weges „Am Sportplatz“ in Albert-Richter-Weg“
Im Beisein der Autorin Renate Franz

Veranstalter: Stadt Schwalbach a. Ts.