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Gesellschaft CJZ Main-Taunus Kreis e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus Kreis e.V.
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Spuren jüdischen Lebens: Bad Soden

1. Winkelsynagoge mit Mikwe

Bis ins 19. Jahrhundert hinein lebten nur vereinzelt Juden in Soden – Ende des 18. Jahrhunderts noch ein Dorf mit knapp 500 Einwohnern. Das Haus Dachbergstraße 2 diente als bescheidener Gebetsort. Im Gewölbekeller ist der gemauerte Schacht einer Mikwe – eines Ritualtauchbades – erhalten, das zwischen 1846 und 1866 genutzt wurde.

2. Synagoge Neugasse/Ecke Engasse

Mit der wachsenden Zahl jüdische Kurgäste stieg der Bedarf an einem Gebetsort. In der Folge der dauerhaften Ansiedlung jüdischer Familien kam es zum Bau der Synagoge in der Neugasse. Sie wurde 1846 eingeweiht. Das Projekt kam mit Hilfe vieler Frankfurter Gäste und Mäzene zustande.

 

 

Die Synagoge wurde am 10. November 1938 zerstört. Das Gebäude wurde als Lagerraum genutzt und in den 1970er Jahren abgerissen. Am heutigen Wohngebäude weist eine Gedenktafel auf die Synagoge hin.

 

 

 

 

3. Israelitische Kuranstalt

Zwischen Talstraße und Dachbergstraße 25 befand sich eine Kuranstalt für arme Israeliten, von Mäzenen wie Wilhelm Carl von Rothschild gefördert, von Dr. Max Isserlin geleitet. Am 10. November 1938 wurde die Anstalt gestürmt, die Einrichtung niedergebrannt und die Kurgäste in Schlafanzügen auf die Straße getrieben und verjagt. Eines der Nebengebäude steht heute noch als Wohnhaus. Ein Gedenkstein mit Bronzetafel erinnert an die Kuranstalt.

 

4. Haus Reiss

Enoch Reiss, jüdischer Bankier aus Frankfurt, baute 1839 auf dem Grundstück zum Quellenpark 8 ein spätklassizistisches Palais. Es gilt als bauliches Zeugnis jüdischen Mäzenatentums, obgleich Reiss ins Christentum übertrat. Während der Verfolgungen im Dritten Reich diente das Haus jüdischen Mitbürgern als Zufluchtsort. Die Familie Reiss lebte über mehrere Generationen in Bad Soden und engagierte sich vielfältig für den Ort. Enoch Reiss, sein Sohn und sein Enkel wurden Ehrenbürger der Stadt.

 

5. Villa Sans Souci

Ein weiteres Zeugnis jüdischen Bauens im 19. Jahrhundert ist die Villa Sans Souci in der Alleestraße 6, errichtet um 1858. In der Fassade zwischen Erdgeschoß und 1. Stock sind Davidsterne als Schmuckelemente angebracht.
 

 

 

6. Villa Rothschild

Die Villa des Arztes Dr. D. Rothschild wurde um 1904 errichtet. Die Rothschilds spielten eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen des früheren Kreises Höchst.
 

 

 

7. Villa Aspira

Am Beginn der Talstraße, am Rande des Quellenparks, steht die Villa Aspira, in der wilhelminischen Epoche als Kurheim errichtet, in den 1930ern zwangsenteignet und als NS-Schule für Kommunalpolitik genutzt.


 

 

8. Jüdischer Sammelfriedhof

In der Niederhofheimer Straße 6 befindet sich der ehemalige jüdische Sammelfriedhof, 1873 angelegt, bis 1939 Begräbnisstätte der jüdischen Gemeinden Bad Soden, Hattersheim, Höchst, Hofheim, Okriftel. Am Eingang befand sich eine Leichenhalle. Sie wurde in der Pogromnacht beschädigt und 1964 im Rahmen von Straßenbauarbeiten abgerissen. Die niedergelegten Grabsteine wurden in den 1990ern wieder aufgerichtet.
    
 

 

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